Die Sense als Werkzeug für die Artenvielfalt

Trotz der sommerlichen Temperaturen liegt am frühen Morgen noch etwas Tau auf der Wiese. Die ersten Sensen ziehen ihre ruhigen Bögen. Statt Motorenlärm ist nur das sanfte Rascheln des Grases zu hören. Was früher zum Alltag gehörte, wurde beim Pro Riet-Kurs «Mähen und Dengeln» am letzten Samstag, 27. Juni wieder lebendig.

Bahn für Bahn durchs hohe Gras

In der naturnah gestalteten Wohnüberbauung in Widnau lernten die Teilnehmenden, eine Wiese mit der Sense effizient, leise und besonders schonend für Pflanzen und Tiere zu mähen. Die Kursleiter Visar Thaqi und Patrick Reck vermittelten die traditionelle Handwerkskunst und erklärten, worauf es beim Mähen, Wetzen und Dengeln ankommt. Im Praxisteil führten die Teilnehmenden die Sense konzentriert durch das hohe Gras. Manche hielten sie zum ersten Mal in den Händen, andere brachten bereits Erfahrung mit. Schnell zeigte sich: Aus anfänglicher Unsicherheit wurde mit der richtigen Technik eine fliessende Bewegung, die erstaunlich wenig Kraft erfordert. Schon nach wenigen Bahnen wurden die Mähzüge gleichmässiger und effizienter. Auch beim Dengeln wurde konzentriert gearbeitet, gegenseitig Tipps gegeben und zwischendurch immer wieder gelacht.

Tradition mit Zukunft

Zu Beginn waren die Bewegungen noch vorsichtig und ungewohnt. Wenige Stunden später wurden die Mähzüge sicherer – und mit ihnen das Verständnis dafür, weshalb diese traditionelle Technik heute wieder an Bedeutung gewinnt. Sie schont Insekten und Kleintiere, kommt ohne Treibstoff aus und trägt dazu bei, artenreiche Wiesen langfristig zu erhalten.

Pro Riet lädt bereits zu den nächsten Kursen ein: Am 12. September findet im Dorfgarten Grabs der Familien-Workshop «Igelversteck bauen» statt. Am 7. November folgt bei Natur Garten Patrick Reck in Rebstein der Kurs «Winterquartiere im Garten». Informationen unter www.pro-riet.ch/kurs. Die Platzzahl ist beschränkt, eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen.